Kolumbien Teil 1 von 3: Bogotá und Medellín


Vorbereitung auf die reise

Wie bin ich überhaupt darauf gekommen nach Kolumbien zu fahren? Gute Frage. Ich glaube, dass mehrere Faktoren dazu beigetragen haben.

Ursprünglich war mein Jahresurlaub dafür geplant, um mit meiner damaligen Freundin nach Hawaii zu fliegen. Da ich keine Lust hatte alleine dort hin zu fahren, musste ich mich nach einem alternativen Urlaubsziel umschauen.

In diesem Teil des Jahres ist es auf der Südhalbkugel schöner und vor allem wärmer als auf der Nordhalbkugel.

Ich war schon mehrere Male in Südamerika und es hat mir immer gut gefallen.

Da ich in der Zeit der Reiseplanung gerade die Serie „Narcos“ angeschaut habe, begann ich mich näher mit dem Land zu beschäftigen.

Die optimale Reisezeit wird von Dezember bis Februar angegeben, sodass mein Zeitraum eigentlich gut passen sollte.

Nachdem ich die optimale Reisezeit bereits im Internet ausfindig gemacht und es auch von Frankfurt einen Direktflug mit Lufthansa gab, entschloss ich mich meinen Urlaub in Kolumbien zu verbringen.

Erstmal habe ich meine Impfungen überprüft, da eine Gelbfieber Impfung ratsam ist. Mein Hausarzt meinte, dass diese noch aktiv ist und frischte mein Polio Impfung bei der Gelegenheit auf.

Ich kann euch empfehlen vor jeder Reise in „exotische“ Länder euern Impfstatus zu überprüfen.

Für die Einreise nach Kolumbien braucht man kein Visum, sondern nur einen gültigen Reisepass.

Flug und Impfungen waren also geregelt – jetzt musste ich mich um meine Route vor Ort kümmern.

Durch die Narcos Serie wusste ich von den Städten Bogotá, Cali und Medellín.

Im Internet habe ich diverse Reiseberichte gelesen um mir Inspirationen zu holen. 

Mein Plan war ein paar Inlandsflüge auf Standby Basis zu machen um hier etwas Zeit im Vergleich zum Bus fahren zu sparen und größere Strecken zurücklegen zu können.

Ungefähr eine Woche vor Abflug stand der Reiseplan und ich habe auch schon im Voraus die Hostels über booking.com gebucht.

Eigentlich wollte ich nur meine erste Bleibe in Bogota reservieren. Da aber die Verfügbarkeit für Einzelzimmer recht eingeschränkt war beschloss ich alle Hostels schon vorab zu buchen. Die Meisten lassen sich relativ kurzfristig wieder stornieren.

Da ich allein unterwegs war, habe ich beschlossen in Hostels und nicht in Hotels zu übernachten um leichter Anschluss an andere Reisende zu finden. Für mich war allerdings klar, dass ich nur in Einzelzimmer schlafen werde und nicht in einem Schlafsaal mit mehreren anderen Backpackern.

Ich kann auch auch empfehlen die Taxi App "Uber" zu installieren. In den großen Städten war dieser Dienst verfügbar und es ist viel bequemer als mit einem Taxi. Der Fahrpreis wird im Voraus angezeigt und über die Kreditkarte abgerechnet. Auch fährt der Fahrer mit einer Navigations App von Uber, sodass man auch hier nicht betrogen wird.

Taxi und Uber sind aber beide in Kolumbien günstig - Uber ist aber offiziell illegal in Kolumbien. Es wird aber auch von den Einheimischen genutzt.


Abflug 20.11.17

Von München ging es erstmal nach Frankfurt und von dort weiter nach Bogotá. Ich habe mir in Frankfurt fürs Umsteigen ungefähr 2,5 Stunden eingeplant, da man ja im Winter nie wissen kann und Verspätungen durch Schneefall nicht selten sind. Es hat aber alles pünktlich geklappt und ich hatte keinen Stress.

Die Flugzeit von Frankfurt nach Bogota war 11 Stunden. Glücklicherweise war der Sitz neben mir frei, sodass ich zumindest nicht ganz so eingeengt war und mich ausbreiten konnte.

Als kleiner Tipp kann ich euch empfehlen kurz vor dem Einsteigen nochmal nach einem besseren Platz zu fragen. Ich habe dadurch den Platz bekommen, wo der Sitz nebenan frei war.

Außerdem bestelle ich mir immer ein Special Meal. Das geht kostenfrei auf der Homepage der Airline. Geschmacklich nimmt es sich nicht viel aber man bekommt das Essen vor allen anderen.


Bogotà 20.11.17 bis 23.11.17

Bis ich nach Einreise, Uber Fahrt und Check-In schließlich in meinem Zimmer im "Bellavista" Hostel in La Candelaria war, verging viel Zeit.  Mit dem ersten kolumbianischen Bier ließ ich den Abend im Gemeinschaftraum des Hostels ausklingen und lernte so auch schon ein paar andere Leute kennen, die mir Tipps und Empfehlungen geben konnten.

Die Lage des Hostels war gut, allerdings war die Einrichtung und der Komfort eher bescheiden. Das Zimmer war klein und hatte kein Fenster. Außerdem war die Tür sehr hellhörig. Das im Preis mit inbegriffene Frühstück bestand aus Croissant und Rührei.

 

Am nächsten Tag war ich durch die Zeitverschiebung früh wach. Einer meiner Instagram Follower, Carolina, hat mich im Voraus gefragt, ob ich nicht zum Frühstück im Restaurant (Crepes and Waffles) vorbeikommen will, in dem sie als Manager arbeitet.

Bei Acai Bowl und Cappuccino hat sie mir dann Sightseeing Tipps und Empfehlungen für Bogota gegeben und mir auch angeboten, mich zur Salzkathedrale nach Zipaquirà zu fahren.

Monserate

Nach dem Frühstück bin ich direkt zur Talstation des Monserats gefahren, weil das Wetter dafür geeignet war.

Ich bin mit der Gondel hochgefahren um einerseits etwas Zeit zu sparen und außerdem war am Dienstag der Wanderweg gesperrt.

Solltet ihr vor haben zu Fuß raufzugehen informiert euch im Voraus an welchen Tagen das möglich ist.

Oben angekommen war ich etwas enttäuscht.

Die Aussicht auf Bogota war zwar schön aber sonst konnte man nicht viel machen. Es gab noch ein paar Stände mit Souvenirs und ein Restaurant aber die Anlage an sich war nicht sehenswert.

Nach ein paar Fotos habe ich mich also wieder auf den Weg in die Stadt gemacht.

graffiti tour

Um 14.00 Uhr stand die „kostenlose“ Grafftit Walking Tour an. Sie ist eigentlich nicht kostenlos, weil ein Trinkgeld von 30.000 COP (ca. 9€) erwartet wird. Sie beginnt am Parque de los Periodistas und dauert ca. 2h.

Es war interessant etwas Hintergrundwissen zu den einzelnen Kunstwerken zu bekommen und durch die Tour die schönsten Arbeiten zu bestaunen. Sollte man aber etwas knapp mit der Zeit sein, könnt ihr auch einfach auf eigene Faust im Viertel La Candelaria rumlaufen und euch die bemalten Wände anschauen.

Als eines der schönsten Museen in Bogota wird das „museo del oro“ also Goldmuseum genannt. Ich habe mir dieses nach der Graffiti Tour noch angeschaut. Auf dem Rückweg zum Hostel bin ich an der Catedral San Francisco und dem Plaza Boliviar vorbeigegangen und hab in dem Restaurant „Capital Cocina y Cafe“ (Tripadvisor Empfehlung) einen Tisch fürs Abendessen reserviert.

Das Restaurant war mit eines der besten, in dem ich in meinem Aufenthalt in Kolumbien gegessen habe. Es ist im Stadtteil La Candelaria und hat jeden Tag ein Fisch-, Fleisch- und ein vegetarisches Gericht. Dazu noch diverse Vorspeisen.

Ich habe mich für Kochbananen als Vorspeise und das Fleischgericht entschieden.

 

Am Abend ging es noch ins La Villa, wo jeden Dienstag „Gringo Tuesday“ ist, eine Party speziell für Touristen. Es war sehr lustig und wenn man vor 21 Uhr kommt, zahlt man keinen Eintritt.

Ausflug Zipaquirá Salzkathedrale

Die Kathedrale in der Mine von Zipaquirà ist die Größte der Welt. Von Bogota braucht man je nach Verkehr ca. 1 Stunde mit dem Auto. Carolina hat mich mit ihrem Auto dort hingefahren und begleitet.

Die Kathedrale an sich ist sehr beeindruckend. Mir war die Aufmachung aber zu touristisch mit all den bunten Lichtern und der Musik.

Auf dem Rückweg sind wir noch zu dem bekannten Restaurant Andres Carne de Res in Chia gefahren. Die Einrichtung ist sehr originell und allein deswegen ist es einen Besuch wert. Ich habe dort verschiedene kolumbianische Spezialitäten wie Empenadas und Arepa de Chocolate probiert.

free walking tour

Den nächsten Morgen beschloss ich an der Free Walking Tour um 10 Uhr durch Bogota teil zu nehmen. Diese ist vom gleichen Veranstalter wie die Graffiti Tour und auch nicht „free“ weil auch hier ein Trinkgeld von 30.000 COP erwartet wird.

Die Tour bietet sich am ersten Tag eurer Ankunft an, da man einen guten Überblick und Tipps für den Aufenthalt bekommt.

Außerdem lernt man Chicha (Getränk in Bogota), Koka Blätter und diverse kolumbianische Früchte kennen und besucht am Ende der Tour ein Café, wo man die richtige Kaffeezubereitung erklärt bekommt. Kolumbien ist schließlich auch für den guten Kaffee bekannt.

Gegen 14 Uhr hab ich mich auf den Weg zum Flughafen gemacht und bin mit Avianca auf dem Jump Seat nach Medellin geflogen.

Normalerweise gehen über 10 Flüge am Tag aber an diesem Tag wurden 3 davon gestrichen, sodass unter anderem mein Flug davon betroffen war und der nächste somit überbucht war.

 

Der Flughafen in Medellin liegt recht weit außerhalb der Stadt. Mit einer Kombination aus Flughafen Bus und Uber habe ich aber gut das "Mallokka" Hostel in El Poblado Erreicht.

In Medellin war es deutlich wärmer als in Bogota.

 

Das "Mallokka" Hostel war von der Lage her sehr gut. Direkt nebenan ist das für seine Partys bekannte Happy Buddha Hostel.

Mein Zimmer hatte ein Fenster und war von der Größe und Ausstattung gut.

Das Einzige was gefehlt hat war eine Klimaanlage – in der Nacht waren die Temperaturen aber angenehm und der Ventilator hat ausgereicht.

Auch das Frühstück im Hostel war gut.


medellín 23.11.17 bis 26.11.17

AUSFLUG Guatapé

Guatepè ist bekannt für seine bunten Häuser im Kolonialstil und einem Felsen in der Nähe, von dem man eine sehr schöne Aussicht hat.

Man kann die Tour über einen Anbieter buchen oder aber auch selbst mit einem öffentlichen Bus hinfahren.

Ich habe mich für die zweite Variante entschieden. Diese ist auch um mehr als die Hälfte billiger als die organisierte Tour.

Zuerst muss man mit der Metro zum Busbahnhof fahren. Hierfür fallen 2900COP an. Die Metro in Medellin ist sehr zuverlässig und alles ist sauber und gepflegt. Sogar der Boden in den Stationen wird mehrmals am Tag feucht gewischt.

 

Wenn man das Terminal Norte erreicht hat, geht man zum Schalter 13 und kauft für 12500 COP das Busticket zum La Piedra de Penil. Man ist nicht der einzige Tourist und es steht auch groß angeschrieben, wo man das Ticket kaufen kann.

Nach etwa 2 Stunden Fahrtzeit kommt man am Fuße des Felsen an. Von der Busstation zum eigentlichen Aufstieg über die Treppen sind es nochmal 20 Minuten zu Fuß. Man kann die Strecke auch mit einem Tuk Tuk oder Pferd zurücklegen.

Um den Felsen besteigen zu können, muss man einen Eintritt von 18000 COP bezahlen. Bis an die Spitze sind es 659 Stufen und ungefähr 770 Höhenmeter.

Die Aussicht von der Plattform ist wirklich beeindruckend. Ich hatte Glück und es waren nur sehr wenig andere Touristen oben. Als ich mich wieder auf den Weg nach unten gemacht habe wurde es aber voller und ich kann mir vorstellen, dass man dann auch teilweise für ein schönes Foto anstehen muss.

Um von dem Felsen in den Ort Guatapé zu gelangen nimmt man am besten ein Tuk Tuk. Dieses hat 5000 COP gekostet. Zu Fuß ist es sicher über eine Stunde.

Es bietet sich an, nach der Ankunft in Guatapé das Busticket für die Rückreise zu kaufen, damit ihr auch sicher in dem gewünschten Bus einen Platz bekommt. Je nach Besucheransturm kann es wohl sein, dass kein Platz mehr frei ist. 

Der Ort ist relativ klein, sodass ihr für die Besichtigung mit einer Stunde gut auskommt. Es gibt auch ein paar nette Restaurants und Cafes.

Man kann in Guatepé auch noch eine Bootsfahrt buchen oder Ziplining machen, dann müsst ihr natürlich mehr Zeit einplanen und sogar gegebenenfalls dort übernachten.

AUSFLUG fredonia

Vor meiner Reise stand für mich fest, dass ich unbedingt eine Kaffeefarm besuchen wollte. Von Medellin aus gibt es mehrere Ausflüge – allerdings sind die meisten über 2 Tage.

Im Hostel habe ich eine eintägige Tour nach Fredonia gebucht, die von Noe Reyes (+57 301 506 91 07) angeboten wurde.

Wir waren zu dritt und Noe hat uns pünktlich um 08.30 abgeholt und mit seinem Kleinbus nach Fredonia gefahren. Unterwegs haben wir eine kleine Frühstückspause in Amagá eingelegt. Noe hat uns auf der ganzen Fahrt viele Informationen in gutem Englisch zum Land und der Region gegeben.

Angekommen auf der Guayacanes Finca (1948@gmail.com) in Fredonia wurden wir von Jorge in Empfang genommen und es gab erstmal einen richtig guten Kaffee. Jorge hat in den USA studiert und gearbeitet und konnte daher auch sehr gut Englisch.

Nach dem Kaffee und ein paar generellen Informationen sind wir mit Jorge über die Kaffeeplantage gewandert und uns wurde der Prozess von der Pflanze bis zur Bohne anschaulich erklärt.

Nach dieser wirklich sehr interessanten Wanderung gab es ein typisch kolumbianisches Mittagessen.

Auf dem Gelände ist auch ein sehr schöner Pool und ein Dampfbad. Da es plötzlich zu regnen begonnen hat, haben wir uns für das Dampfbad entschieden.

Nach einem weiteren Kaffee und Obstsalat ging es wieder zurück nach Medellin.

Meine zwei Weggefährten auf Tour hatten am Tag zuvor mit Noe die "Pablo Escobar Tour" gemacht und mir diese empfohlen.

Da ich sehr zufrieden mit der Kaffeetour und der ganzen Organisation von Noe war, habe ich die Pablo Escobar Tour für den darauffolgenden Tag bei ihm gebucht.

Pablo escobar tour medellín

Die Pablo Escobar Tour ging um 9 Uhr los und auch diesmal war Noe wieder pünktlich. Es hatten sich allerding spontan noch zwei Amerikaner angeschlossen, die ich am Abend zuvor auf einer Party getroffen habe und schon von meinem ersten Hostel in Bogota kannte.

Da diese erst noch frühstücken wollten, hat sich der Beginn um 10 Minuten verschoben.

Dieses Mal waren wir 7 Leute und zusätzlich zu dem Kleinbus mit 5 Plätzen hat Noe noch einen Taxifahrer engagiert, der die anderen 2 Leute gefahren hat.

Da Sonntag war, hielt sich der Verkehr in Grenzen und wir kamen schnell zu den verschiedenen Stationen in Medellin, die im Leben von Pablo Escobar eine Rolle gespielt haben.

Die Tour war sehr informativ und man besucht mehrere Häuser von Pablo Escobar, die Stelle an der er erschossen wurde und auch sein Grab auf dem Friedhof. Noe hat uns auch hier mit interessanten Infos versorgt und klargemacht, dass Pablo Escobar für ihn ein Terrorist war, der mehr als 3000 Menschen auf dem Gewissen hat und er deswegen nichts Positives über diesen Mann sagen kann.

Nach der Tour, die bis 13 Uhr ging, habe ich mich mit einer Kombination aus Uber und Bus zum Flughafen begeben und bin mit Latam nach Cartagena geflogen.

Auf dem Flug wurde ich von einem jungen Kolumbianer, der aus Cartagena kommt, angesprochen.  Er hat mir angeboten, mir während meines Aufenthalts in Cartagena den Markt zu zeigen, zu dem sich normalerweise keine Touristen verirren.

Die Fahrt vom Flughafen in die Stadt dauert mit einem Uber/Taxi nur 15 Minuten.

Mein Hostel für die nächsten 3 Nächte war das "1811". Das Zimmer war mit einem eigenen Bad und Klimaanlage ausgestattet und die Lage war sehr zentral. Das Hostel war etwas kleiner und außer mir waren nicht die typischen Backpacker im Hostel, sondern eher ältere Leute und Familien. Das Frühstück war auch hier wieder sehr einfach und bestand aus Rührei und Toast.